DVZ: Kleinere Verteilergebiete als Ziel

Spedition: Kleinere Verteilgebiete als Ziel

ILN - EMT Transport GmbH

Das gemeinsame Stückgutnetz der drei Kooperationen ILN, Star und VTL – Arbeitstitel Netzwerk Arbeitsgemeinschaft (NAG) – dürfte Anfang kommenden Jahres aus rund 200 beteiligten Speditionen gebildet werden. „Wir gehen davon aus, dass es aus dem Kreis der ILN kaum Mitgliedsverluste geben wird“, betonte Norbert Redemann, ILN-Beiratsvorsitzender, am Rande der diesjährigen Franchisenehmer-Versammlung gegenüber der DVZ. Zwar geben die drei Stückgutverbünde kumuliert über 300 Systempartner an, doch verschiedene Speditionen sind in mehr als einem Netz präsent.

Derzeit werden neun Teilprojekte in Arbeitsgruppen zur Vorbereitung eines gemeinsamen Netzes abgearbeitet. Neben rechtlichen Fragen, IT oder Qualitätsmanagement geht es vor allem um die künftige operative Struktur und die Frage, welche Standorte für welche Gebiete zuständig sind. Vorgesehen ist, eine Mischung aus den bisherigen Netzstrukturen für die NAG zu nutzen – das Beste aus dem ILN-Prinzip mit 21 Bündelungspunkten (Transhipment Points/TSP) sowie Hubstrukturen von Star und VTL. „Ich gehe davon aus, dass wir mehr TSPs als bisher haben werden“, deutet ILN-Geschäftsführer Alexander Bauz an, „etwa 28 plus Hubs“. Vorgesehen ist, den Partnern in ihren Regionen Gebietsschutz für die Verteilung zu gewähren, im Ausgang soll eine Kundenschutzregelung implementiert werden, deutet er an.

Wichtig ist eine Verkleinerung der Zustellgebiete, „denn in diesem Bereich haben wir einen deutlichen Rückstand“, hat Redemann erkannt. Angestrebt werde künftig ein Verteilradius von unter 30 km, derzeit betrage er in den drei Netzen zwischen 30 und 40 km, schätzt Redemann. Während bei großen Konzernnetzen von einer Stoppzahl zwischen 25 und 30 pro Tour berichtet wird, gelten bei ILN durchschnittlich 18 Zustellungen als guter Wert. Redemann: „Nur bei einer weiteren Verdichtung in der Fläche und einer weiteren Optimierung der Hauptläufe bleiben das System und damit alle Systemteilnehmer wettbewerbsfähig.“

Die neue Netzstruktur soll bis zum Herbst stehen. Dann gehe es in die Gespräche mit den ILN-Partnern, die letztlich in eine Umstellung der Partnerverträge auf die NAG führen sollen. Dieser Prozess soll möglichst bis Ende November abgeschlossen werden, so dass das neue System Anfang 2019 starten kann. „Die komplette Umstellung wird aber sechs bis zwölf Monate dauern“, ist Geschäftsführer Bauz realistisch. An der neuen Produktionsgesellschaft werden die drei beteiligten Kooperationen zu gleichen Teilen beteiligt sein.

Dass die Kooperationen schon heute enger zusammenrücken, zeigen auch zwei Gemeinschaftsunternehmen, die ILN mitgegründet hat. Nachdem bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit VTL das Mannheimer Unternehmen Mavistics GmbH ins Leben gerufen wurde, hat ILN nun zusammen mit Star die Barleber Speditionsgesellschaft im sachsen-anhaltinischen Barleben gegründet. Das neue 50:50-Joint-Venture hat am 1. Mai die Aufgaben der Rosenfeldt Transport GmbH übernommen, die bisher in beiden Kooperationen tätig war, bestätigt Bauz.

Positiv entwickelt sich das im ILN-System verladene Mengenaufkommen. Im Geschäftsjahr 2016/2017 habe die Sendungszahl um 3 Prozent, das Gewicht um 5 Prozent zugelegt, für das bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr 2017/18 geht Bauz von einem Plus zwischen 5 und 10 Prozent aus. Erfreulich entwickelt hätten sich auch die internationalen Verkehre, explizit die mit Österreich und Italien. So konnte die Station Südtirol mit dem neuen Partner EMT in Kaltern nahe Bozen besetzt werden, geplant sei auch eine Abfahrtserhöhung gen Spanien.

 

Link zum Artikel auf der Webseite von DVZ-Deutsche Verkehrs-Zeitung: https://www.dvz.de/rubriken/land/spedition/single-view/nachricht/kleinere-verteilgebiete-als-ziel.html

Quelle: DVZ – Deutsche Verkehrs-Zeitung
Artikel: Von Lutz Lauenroth
Foto: ILN

By | Mai 11th, 2018|News|0 Comments

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